Zensur und Gewalt in Online und Offline Spielen - mein Meinung
ich denke, man muss auch immer den gesellschaftlichen Zusammenhang berücksichtigen. Rampage wurde 1987(?) veröffentlicht. Damals gab es weder Technik, Rechenleistung noch Budget, um Metzelorgien in Filmqualität zu erstellen, wie wir sie heute kennen. Nach damaligen Verhältnissen boten diese Spiele eine neue Entwicklungsstufe der Gewalt, wie sie zuvor eben nicht bekannt war, und als solche wurde sie zunächst einmal als jugendgefährdend betrachtet. Außerdem hat nicht zuletzt der technische Fortschritt und die Globalisierung hier mit zu einer Werteänderung der Gesellschaft beigetragen. Zu erwähnen ist: Es gibt in diesem Bereich immer ein paar Ausnahmen, im Moment sind es oft Online Games wie Farmerama, Fußball Online etc. Wenn etwas plötzlich möglich ist, dann dauert es nicht lange, bis es auch jemand umsetzt. Auf ganz unterschiedliche Wege hat hier eine Verlagerung der Maßstäbe stattgefunden. Was sich bis heute an Gewaltdarstellungen in die Medien geschlichen hat, wäre noch vor zwanzig Jahren moralisch und ethisch völlig undenkbar gewesen. Und damit meine ich nicht nur Videospiele und Videos (die einem ja meis zuerst in den Sinn kommen), sondern auch die einfache Tagesschau um20:15 Uhr. Insofern ist es weder verwunderlich, dass alte Krimis als FSK18 eingestuft oder alte Videospiele indiziert sind, von denen heutzutage kaum noch jemand behaupten würde, sie seien jugendgefährdend o.ä. Zu deren Zeiten wurde das anders gesehen, Begriffe wie Gewalt, Grausamkeit und Brutalität hatten gezwungenermaßen ganz andere Inhalte hinter sich stehen Ich bin mir sicher, dass in 20 Jahren andere darüber lachen werden, dass Doom 3 eine FSK18-Einstufung bekommen hat. Was heute als ultra-realistische Darstellung von Gewalt verteufelt wird, wird uns dann vielleicht vorkommen wie die Klötzchengrafik von Rampage damals. Und angesichts der dann herrschenden Maßstäbe wird niemand mehr verstehen können, was an diesem Spielchen denn so schlimm für Kinder sein soll.
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