Re: Linux verhindert Linuxentwicklung Re: Microsoft verhindert Linux-Entwicklungen ! - Corel trennt sich wohl von der Linux-Abt…
:
> Linux verhindert durch seinen “FREE”-Status letzten Endes seine
> eigene Entwicklung.
Man sieht sofort, dass Du einfach absolut nicht weisst, wovon Du
schreibst.
> Wer entwickelt schon gute Programme (über Monate oder gar Jahre),
> um dann das Ergebnis zu verschenken…
Viele viele viele freie Entwickler. Wer interessiert sich denn schon
für irgendeinen Schrott von einer Firma, der durch keine
Qualitätskontrolle irgendeines OpenSource-Germiums kommen würde.
Beispiel 1: Das Satzsystem TeX. Es ist eines der erfolgreichsten
Produkte der DTP-Geschichte überhaupt, und es ist kostenlos. Die
meisten Mathematik-Bücher und ein erheblicher Teil der EDV-Literatur
wird nach wie vor mit TeX gesetzt.
Beispiel 2: BSD. BSD ist steinalt, älter als Windows. Und dennoch lebt
es gleich in unzähligen kommerziellen und nicht kommerziellen, enger
und weniger eng verwandten Varianten weiter: Solaris, NetBSD, OpenBSD,
FreeBSD, Linux, Minix, NeXTStep, Mac OS X usw. usw. usw..
Beispiel 3: GCC - Der GNU C Compiler, der wohl beste C-Compiler der
Welt.
Beispiel 4: Die gesamte restliche GNU Software, deren Aufzählung mir
einfach viel zu lange dauern würde.
Beispiel 5: Der Apache Webserver. Bedarf wohl keiner weiteren
Bemerkung.
Beispiel 6: Mozilla. Hat etwas gedauert, AOL und Netscape klar zu
machen, dass der Original-Sourcecode schrott ist, aber gut Ding will
Weile haben…
Noch mehr Beispiele?
> Tja, daran werden sich die Hardliner unter den Linuxern noch
> gewöhnen müssen, dass die paar übrigbleibenden Linuxfirmen bald
> NICHTS mehr zu verschenken haben.
Keine Ahnung, keine Ahnung der Mensch.
Für CorelDraw for Linux usw. interessiert sich doch kein Schwein.
Open Source muss es sein, nur dann kann es jeder Linuxer nutzen.
Dass manche Firmen wie Microsoft daran kein Interesse haben, ist klar.
Aber von der Software-Branche hast Du wirklich nicht viel Ahnung.
Das große Geld wird schon lange nicht mehr mit dem Verkauf der Produkte
gemacht, sondern mit dem ganzen Geschäft drumrum: Support, Anpassungen,
Individuallösungen, Schulungen, Komplettlösungen usw..
> (Zwar gibt es (noch) so dämliche Firmen wie SUN, die sich das
> Microsoft-Sticheln einige Milliönchen Dollar in Form von Star
> Office kosten lassen, aber die werden es auch schon merken, dass
> keiner was zu verschenken hat.)
Nehmen wir mal an, rein hypotetisch, SUN hätte Windows oder es gäbe MS
Office für Solaris, was für Lizenzgebühren müsste SUN dann für den
weltweiten Einsatz von MS Office auf allen SUN Maschinen bezahlen? So
wird jede SUN Workstation, jede Solaris Lizenz durch OpenOffice um ein
Office-Paket reicher und im Vergleich zu Windows um 1000 DM günstiger.
Es ist klar, dass Linux als Betriebssystem aus der IT-Landschaft durch
seine unumstrittenen Vorzüge gepaart mit seiner Popularität und seinem
mittlerweile bedeutenden Verbreitungsgrad nicht mehr wegzudenken ist.
Ein direktes Software-Verkaufsgeschäft ist mit Linux aber nicht zu
machen, die Leute wollen Quelltexte sehen, und das aus guten Gründen.
Also muss man sich das indirekte Software-Geschäft sichern und
veröffentlicht dafür den Quelltext. Das hat dabei dann auch noch den
Vorteil, dass man
a) nicht selbst für die Portierung auf speziellere Platformen wie
NetBSD, FreeBSD, OpenBSD und diverse weitere Unix-Derivate
verantwortlich ist
b) Gleichzeitig sein indirektes Software-Geschäft aber auf eben alle
Plattformen (von ein paar wirklich alten 8-Bit-Rechnern), oder wenn
schon nicht auf alle, zumindest auf alle POSIX-Plattformen ausdehnen
kann. Und das ist insbesondere für die Zukunft wichtig, da sich in
Afrika, Südamerika, Indien und China vielleicht nicht Windows und MS
Office durchsetzen werden.
Selbst Polen hat per Beschluss Open Source in den Behörden angesagt.
Weiterhin muss gesagt werden, dass Lebensdauer und Qualität eines Open
Source Projektes wesentlich höher sind.
Wenn ein Produkt schlecht ist, braucht es auch nicht weiterleben.
Wenn ein Produkt gut ist, sollte es weiterleben. Was aber wenn die
Firma pleite geht? Von der Konkurrenz gekauft wird? Die Entscheidungen,
die dann getroffen werden, haben mit vielen Faktoren zu tun. Qualität
gehört nicht dazu.
Was, wenn der Autor keine Lust mehr hat, stirbt oder sonstwas passiert?
Ein anderer programmiert an seiner Stelle weiter, kein Problem, es gibt
ja den Quelltext.
Was, wenn jemand einen Fehler findet? Er veröffentlich ihn. Was, wenn
der Autor keine Zeit hat, den Fehler sofort zu beheben, sondern das
erst in 2 Wochen will? Vielleicht behebt jemand anderes in der
Zwischenzeit den Fehler.
Was, wenn ein bestimmtes Feature fehlt? Wenn’s wichtig ist, wird’s
vielen auffallen, und ein paar davon können programmieren und bauen’s
ein.
Die Vielfalt an Produkten einer konkreten Kategorie wird in der
OpenSource-Welt sicher nie so groß sein wie in der kommerziellen Welt.
Das ist doch aber auch garnicht nötig. Wozu soll es 20 verschiedene
Textverarbeitungssysteme geben? WordPerfect, Word, WordPro, StarWriter,
ApplixWare, kOffice, BeckerText, WordStar usw. usw.. Wer braucht diese
Auswahl? Doch nur, weil Textverarbeitung A etwas kann, was B nicht
kann, wobei B etwas kann, was C nicht kann, wobei C etwas kann, das
wiederum A nicht kann.
Was für eine Textverarbeitung wäre nun entstanden, wenn alle Firmen all
ihre Programmierer zusammen an einer Textverarbeitung schreiben ließen?
Eine, die all das kann, was sich die verschiedenen Firmen wünschen. Das
wird in der kommerziellen Welt aber so nie passieren.
Dafür passiert es eben in der Open Source Community.
Und falls Du’s wissen willst:
Ja, ich gehöre auch zu den Leuten, die sich abundzu abends oder nachts
hinsetzen und das eine oder andere Stück Software ausprobieren, Fehler
suchen, den Quelltext anschauen, vielleicht sogar den Fehler finden und
beheben und dazu ihren kleinen Beitrag für eine Verbesserung der
Software dieser Welt leisten.
Allein schon wegen den vielen kleinen Lichtern wie mir und den
abertausend Linux- und BSD-Usern da draußen und natürlich wegen großen
Lichtern wie Linus Torvals, Richard Stallman usw. werden viele
OpenSource-Produkte die meisten kommerziellen Produkte überleben.
Es fehlt uns eigentlich nur noch eine Open Source Hardware…
Schöne Grüße
Christian
Re: MS -> Monopol / RedHat -> Monopol / United Linux -> ? / => Weichfuss-Linux?? - Linux: Eines für alle — ohne Red Hat
> Also irgendwie muß mir das mal jemand erklären:
>
> Linux ist mal was anderes und bietet eine Alternative zu Microsoft,
> weil die ja ein Monopol haben - schön.
>
> Nun Entwickeln Hardware-Lieferanten endlich auch gleich für Linux
> mit.
> - sehr schön
>
> Hm, aber nur für RedHat - das ist ja dann ein Monopol im
> Linux-Business.
Dies hat mit etwas anderem zu tun und nicht mit dem Sourcen sondern
in wieweit ich mich an festgelete standards halte, genau dafuer gibts
aber die LSB.
>
> Dann müssen wir also (wie damals Linux zu Windows) eine Alternative
> zum Monopol schaffen und das am Besten auf der selben technischen
> Grundlage???
Das ist prinzipiell mit linux immer moeglich, da linux nicht eigentum
einer firma ist.
>
> Und die Dinge die United Linux dann erstellt (bzw. was für United
> Linux erstellt wird) sind dann offen??
Nein, genauso offen, darum gehts ja nicht
>
> Oder soll ich dann noch mal eben Weichfuss-Linux gründen, weil alle
> Hardware-Lieferanten ja nur für RedHat und United Linux Treiber bauen
> und nicht für meine Distribution?
Um treiber gehts nicht, der kernel ist und bleibt der gleich und die
sourcen hat ja jeder.
>
> Werdet doch mal wach und einigt Euch auf EIN Treiber-Modell und EINE
> Art, wie 3rd Party Applikationen auf die Linux-Box hüpfen …
Nochmal, es gibt die Sourcen, es gibt nur ein Treibermodell etc.
Worum es geht sind startscripten lage derselben, lage von
applikationen und vin bibliotheken, aber ich denke mal dass es jetzt
zuviel ist das zu erklaeren.
Nur soviel noch RedHat boxt zuvie einfach nur durch seine marktmacht
durch ohne sich dabei viel um standards zu kuemmern. unite linux find
ich gut weil es dann einen gegenpol zu redhat gibt.
Ausserdem ist das weitere problem, dass firman aus den USA oft nicht
sehen (wollen) dass es auch noch in anderen teilen der Welt wichtige
firmen gibt, und deswegen ist es wichtig caldera in den usa zu
staerken.
Man kann eine ganze abhandlung darueber schreiben, aber das problem
ist nicht, irgendwelche treiber zu schreiben.
pitu
Re: “GNU/Linux ist das GNU-Betriebssystem, in dessen Kern Linux läuft.” - Richard Stallman: SCO verschmutzt Linux-…
linuxich will aber translatoren haben, verdammt.
> > kann die nicht mal jemand in linux einbauen?
>
> und ich hätte gern ein freies in Lisp geschriebenes Betriebssystem
> (eigentlich wär mir ja auch Smalltalk recht, da gibts ja schon
> Squeak, aber das ist mir ein bisschen zu Maus-lastig).
kuck dir mal Merlin OS an: http://www.lsi.usp.br/~jecel/merlin.html
die benutzen self, eine prototypbasierte sprache. recht elegant.
daß unix und konsorten nicht die zukunft sind, ist mir auch klar,
aber vielleicht sollte man eher versuchen, es zu wrappen als
alles von hand zu machen.
ich fände auch io - http://www.iolanguage.com als systemsprache
lecker - ebenfalls prototypbasiert, was sich imho für ein OS
gut eignet, aber noch klarer und einfacher als self.
> Zwar Off-Topic aber sehr interesannt: hier gibt’s ein paar Videos von
> Alan Kays Vortrag auf der ETech 2003. Zwar teilweise recht schlechte
> Tonqualität, aber die Demos des 3D User-Interfaces mit dem mehrere
> verteilte Personen zusammenarbeiten können sind beeindruckend.
> Basiert alles auf Squeak, dem freien Smalltalk-Nachfolger:
>
> http://ftp.archive.org/movies/lisarein/oreilly/etech2003/alankay/tour
> .html
das muß ich mir anschauen. ich denke in letzter zeit viel
darüber nach, wie der desktop der zukunft aussehen könnte.
ich hab das ewige fenstergeschubse sowas von satt..
th