Archive for April, 2008
die Abwärtsspirale von Linux beginnt - Red Hat Linux heißt jetzt Fedora Linux
Hi,
Ich persönlich würde mal sagen, das war der absolute Todesstoß für
Linux.
Warum?
Ganz klar. Nehmen wir mal eine Software-Firma mit semiprofessionellen
und Home-Kundenbereich, also da wo die meiste Software umsatzmäßig
und verbreitungstechnisch herkommt. In dem Bereich gibt es so gut wie
noch keine fertige _kommerzielle_ DAU-Software. (z.B. Videoschnitt,
CAD, Spiele, Edutainment etc…). Diese Firma (wir nenne sie mal
“Fa.Unentschlossen”) überlegt sich ggf. Linuxprodukte rauszubringen.
So nun hört “Unentschlossen”, das mit die größte Distri nicht mehr
existiert bzw. in die Hand von langhaarigen Zotteln zurückgegeben
wurde. Ob da irgendwelche Splittergruppen entstehen ist ungewiss.
Für welche Distri soll “Unentschlossen” nun seine Software
rausbringen? Für Suse? Auch Suse liebäugelt wohl mehr mit dem
Servergeschäft. Für Mandrake? Eine Firma die am Rande der Insolvens
baumelt?
Wohl kaum. “Unentschlossen” wird erstmal garnix im Linuxsektor tun,
abwarten, warum auch voreilige Portierungen anstreben, wenn noch
nicht bekannt ist, für welche Distri die DAU-Treiber-Implementationen
erfolgen werden und die meisten Kunden sowieso WinDAUs sind?
Und genauso werden es die Hardwarehersteller sehen, die natürlich auf
eine entsprechende Mainstream-Linux-Plattform schielen. Fazit: Eine
neue Abwärtsspirale für Linux ist eingeläutet.
Gruß, Rudi
P.S.
Es ist traurig immer recht zu behalten, aber wie ich schon immer
sagte: Es gibt nur eine Konstante und das ist M$.
P.P.S.
Alltagsbeispiel
War gerade im Laden und wollte mir DVB Karte holen. Hab nach Linux
gefragt. “Keine Ahnung”. Schau ich in Suse Datenbank: nicht gelistet.
Es gibt zwar offensichtlich Treiber dafür, aber laufen die (und mit
welchem Aufwand) auf dem Linux was ich mir vielleicht mal zulege….
Nach dieser Meldung, brauch ich wohl solche Überlegungen nicht mehr
anstellen:-(
Re: Linux wird Professionell… Linux tötet… - Linux-Cluster für die Waffenforschung
jaja, wieder mal den ganzen thread nicht gelesen, alles schon
wiederlegt…
> Um was anderes geht’s ja hier nicht.
>
> Klar, daß die Pro-Freiheit’ler “ihr” OS verteidigen… Aber…
> wie ist das echt zu werten ?
>
> Wie ist das Engagement der Firmen zu werten, die damals die NAZI’s
> unterstützten ? Wie sind Firmen heute zu werten, die auf Kinderarbeit
> und ärgste Ausbeutung setzen ? Wenn eine Firma in der 3. Welt
> Personal zu einem Tarif beschäftigt, die nur Kinderarbeit zuläßt…
> akzeptiert ihr auch “Wir bieten [ die Jobs ] nur an… Was die Leute
> daraus machen ist ihr Bier”.
>
schön, dass du dich im falle linux engagierst, aber bei MS, Infineon,
Siemens, SCO etc. dich nicht dafür interessierst.
> IMHO ist die Welt _gottseidank_ weit genug, um Firmen in die Pflicht
> zu nehmen… Beispiel die Campagne “Nestle tötet Babies” damals, das
> Versenken der Ölplattform, ..
>
> Es kann nur schlimmer werden, wenn man sich zurücklehnt und
> argumentiert “Ich stelle die H-Bomben nur her, sie werden von jemand
> anders benutzt”.
linux ist ein werkzeug, keine waffe, wie eine H-Bombe. Rotbändel
stellt auch keine waffen her, sondern Hämmer und damit wurden auch
schon menschen erschlagen. was nun? auch wurden deren hämmer sicher
auch schon militärisch genutzt.
>
> Einige Firmen - auch in der EDV - erkennen ihre Verantwortung…
> Manche HW-Hersteller weisen beispielsweise direkt auf Rechnungen
> darauf hin, daß die Verwendung ihrer Komponenten in Waffensystemen
> und Kernkraftwerken untersagt ist.
>
> Und jetzt mal ein gewagter Gedanke:
> Glaubt ihr echt, daß die M$’ler nicht fähig wären, vernünftige
> Cluster zu bauen ? Pfffhhh… Die beschäftigen mehr Coder als zB
> IBM… Wieso sollten nur die M$’ler zu dumm sein, sowas zu bauen ?
>
würdest du deren produktankündigungen kennen, wüstest du, dass das
seit jahren geplant, aber noch nicht umgesetzt ist.
> Nur _wozu_ braucht man wirklich massiv parallele Systeme ? IMHO ist
> das Einsatzgebiet gering. Waffenforschung, Wetter, Astrophysik, dann
> bleibt nicht mehr so viel. Könnte es nicht sein, daß sich M$ seiner
> VErantwortung bewußt ist und absichtlich nicht sowas produziert ?
> Weil es ihnen eben _nicht_ egal ist, was mit ihrem KnowHow passiert ?
fregatten, zerstörer, raketenschnellboote, flugzeugträger,
atomuboote, nahezu alle pc des pentagon ausgerüstet mit NT oder W2K.
sonst noch anmerkungen?
mfg
m
Re: Immer nur Linux, Linux, Linux… - Der Staat als Vorreiter für Open Source
>
> > Welche Chance hat denn z.B BSD in der
> > Oeffentlichen Verwaltung eingesetzt zu werden? Vermutlich gar keine.
>
> Kommt Zeit, kommt Rat. Reg Dich nicht auf und wart noch zehn Jahre.
> Dann wachsen auch den Bürokraten Hörnderl.
>
> > Welche Chancen hat eine exzellente Linux-Distribution wie Debian?
> > Wahrscheinlich ebenso schlechte.
>
> Das ist aber erst mal halb so wild. Wichtig ist, dass es sie gibt.
> Und dass jederzeit jeder darauf zurückgreifen kann. Ich glaub sowieso
> nicht, dass die Suse so geilen Profit mit ihren Distris macht. Die
> machen ihr Geld mit Linux-Dienstleistungen. Und ich wette, wenn es
> der Kunde wünscht, werden die auch GNU/Linux anfassen und anpassen.
> Lustige Vorstellung. Kicher.
>
> Zum Zuge kommen die kommerziellen
> > Distributionen, die von IBM protegiert werden und die werden den
> > Einsatz von Debian oder BSD natuerlich mit allen Mitteln zu
> > verhindern versuchen.
>
> > Eine haessliche neue Linux-Welt zeichnet sich da ab.
>
> Sei nicht so pessimistisch. Ich würde wirklich ne Kiste Champagner
> wetten, dass die Open-Source-Welt in 10 Jahren schöener denn je sein
> wird. Nullinger Ironie dabei.
>
> Gruß
> EnricoB
Genau, ich seh in SuSE und RedHat mit IBM und Anderen so eine Art
Türöffner. Ist die Tür erst mal auf, ist auch Platz für Debian und
Andere.
.
.
.
.
Re: Helfen die Linux-Entwickler MS, Linux zu begraben? - Mandrake Linux 9 für Xbox
linux > Nur TCPA-signierte Betriebssysteme. Näheres siehe
> > http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
>
> aha, und du bist dir sicher dass du dein tcpa-faq auch wirklich
> gelesen hast?
> wo steht da was, dass ich auf dem rechner nicht linux oder ein bsd
> installieren kann?
Wenn Linux oder BSD zertifiziert ist, ist es kein Problem. Aber wer
zahlt das? GPL funktioniert dann nicht mehr. Wenn überhaupt, wird es
nur noch kommerzielle Distris geben. Der Vorteil von GPL-Linux liegt
doch gerade darin, daß Anwenderwünsche sofort in die Tat umgesetzt
werden können und daß jedermann davon profitiert. Proprietäre
TCPA-Linux-Versionen werden den anderen Systemen (Windows, MacOSX)
aber immer hinterherhinken. Warum sollte man dann noch Linux nehmen?
> > Apple-Rechner werden auch TCPA-konform sein. Irgendwann wird es nur
> > noch TCPA-Rechner geben.
>
> Klar, glaubst du dass sich jemand in eine derartige Abhängigkeit
> begibt, wenn er vertrauliche oder extrem wichtige Inhalte/Funktionen
> schützen will?
Lies mal die FAQ (”die Regierungen sind ganz scharf darauf”).
> Meinst du ein staat begibt sich in die abhängigkeit,
> dass seine komplette EDV nicht mehr funktioniert, bloss weil Billy
> Boy die Lizenzen für diese Rechner sperrt?
Europa täte besser daran, nicht auf außereuropäische Produkte zu
setzen. Aber das ist ein Kapitel für sich.
> > Prinzipiell finde ich TCPA aber GUT!! Nur die Raubkopierer regen sich
> > groß auf
>
> aha, von dem Inhalt des von dir zitierten FAQs scheint nicht sehr
> viel übrig geblieben zu sein, sonst würdest du wohl etwas kritischer
> an TCPA rangehen.
Ich finde es _prinzipiell_ gut (vom technischen Konzept her). Welche
negativen Auswirkungen das ansonsten hat, zeigt ja das FAQ. Darauf
brauche ich nicht näher einzugehen.
> sicher… DoS Attacken.. glaubst du, dass Pakete eines nicht
> TCPA-Rechners nicht mehr im Internet geroutet werden oder wie? DoS
> Attacken wird es dann genauso geben wie heute.
Nein, das könnte man durch Protokolländerungen in den Griff bekommen
und dadurch nebenbei auch den Spammern das Wasser abdrehen.
> deine sabotage-der-stromversorgungs-geschichte ist ja auch nett.
Ok, es gibt bessere Beispiele
Aber z.B. die USA ist gerade um die
Sicherheit ihrer IT-Infrastruktur besorgt. Warum wohl? Und kannst Du
sorglos mit Kreditkarte im Internet einkaufen?
> mag sein, aber es wird auch nach wie vor ein TCPA-loses Linux geben.
Für eine Weile schon. Solange es dafür Hardware gibt. Ich hoffe nur,
daß die Nachfrage groß genug bleibt, daß sich die Herstellung von
TCPA-loser Hardware auch langfristig lohnt. Notfalls werden die
Linuxer/BSDler sich ihre Hardware selber bauen (müssen).
Re: die Abwärtsspirale von Linux beginnt - Red Hat Linux heißt jetzt Fedora Linux
linux nun hört “Unentschlossen”, das mit die größte Distri nicht mehr
> existiert bzw. in die Hand von langhaarigen Zotteln zurückgegeben
> wurde.
Auch bei RedHat arbeiten “langhaarige Zottel” zudem wird RedHat schon
noch drauf schauen, was da pssiert - aleine schon um gewisse Teil für
das “richtige” RedHat zu nutzen.
> Ob da irgendwelche Splittergruppen entstehen ist ungewiss.
Wieviele RedHAt-Ableger gibt es bisher? Auf den einen oder mehr kommt
es da auch nichtmehr an - ist eher positiv, wenn man sich “seine”
Distribution aussuchen kann.
> Für welche Distri soll “Unentschlossen” nun seine Software
> rausbringen?
Wieso muss die Distributionsabhängig sein?
> Und genauso werden es die Hardwarehersteller sehen, die natürlich auf
> eine entsprechende Mainstream-Linux-Plattform schielen. Fazit: Eine
> neue Abwärtsspirale für Linux ist eingeläutet.
Für Hardware-Treiber ist die Frage nach der Distribution noch
uninteressanter (bei ersteren könnte ich es in gewissem masse
nachvollziehen, wenn das nur als Binary verteilt werden soll und die
gegen bestimmte Lib-Versionen linken wollen…) da ist nur der KErnel
interessant, und der ist bei allen Distributionen gleich (abgesehen
von zusätzlich einkompilierten modulen etc.)
> P.S.
> Es ist traurig immer recht zu behalten, aber wie ich schon immer
> sagte: Es gibt nur eine Konstante und das ist M$.
Stimmt, konstant am abstürzen
> P.P.S.
> Alltagsbeispiel
> War gerade im Laden und wollte mir DVB Karte holen. Hab nach Linux
> gefragt. “Keine Ahnung”. Schau ich in Suse Datenbank: nicht gelistet.
> Es gibt zwar offensichtlich Treiber dafür, aber laufen die (und mit
> welchem Aufwand) auf dem Linux was ich mir vielleicht mal zulege….
Schreib die Hersteller an, dass die die Speifikationen
veröffentlichen sollen oder selber nen Treiber entwickeln, so lange
die da irgendwelche Details geheim halten wollen, was ich nicht
verstehen kann, wird das halt nichts.
> Nach dieser Meldung, brauch ich wohl solche Überlegungen nicht mehr
> anstellen:-(
Den Zusammenhang sehe ich nicht.
Re: Helfen die Linux-Entwickler MS, Linux zu begraben? - Mandrake Linux 9 für Xbox
linux musst Du mich mal aufklären, Wenn ich momentan einen Rechner habe,
> kann ich da doch alle Betriebssysteme nutzen, die darauf laufen. Hab
> ich mit einem Palladium Rechner nur noch die Möglichkeit Win zu
> installieren oder wie?
Nur TCPA-signierte Betriebssysteme. Näheres siehe
http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
> Die nächste Frage ist, wie lange das
> funktionieren soll, vielleicht drei Wochen, bis das gecracked ist?
Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. Sogar das Bios wird
TCPA-geschützt sein. (der Mod-Chip der XBox ist ja gerade der
Sicherheitsknackpunkt).
> Ansonstenb kann ich mir doch immer noch ne Apple Rechner kaufen und
> bin wieder frei
Apple-Rechner werden auch TCPA-konform sein. Irgendwann wird es nur
noch TCPA-Rechner geben.
Prinzipiell finde ich TCPA aber GUT!! Nur die Raubkopierer regen sich
groß auf
Warum? Weil es besseren Schutz vor Mißbrauch bietet. Besonders wenn
man kriminelle und vor allem terroristische Aktivitäten in Betracht
zieht (z.B. DoS-Attacken, Sabotage der Stromversorgung etc.), dann
fühle ich mich doch wesentlich sicherer, wenn unsere IT-Infrastruktur
TCPA-geschützt ist. Außerdem bietet TCPA Vorteile für kommerzielle
Softwareentwicklung, weil man damit Lizenzen leichter überwachen
kann.
Nachteile:
- ermöglicht Wirtschaftsspionage par excellence (für
TCPA-Betriebssystem-Hersteller)
- bedeutet für Linux (und Open Source überhaupt) wohl das Aus
Vielleicht gibt es dann aber auch TCPA-Linux von IBM, wer weiß.
Re: Helfen die Linux-Entwickler MS, Linux zu begraben? - Mandrake Linux 9 für Xbox
linuxr TCPA-signierte Betriebssysteme. Näheres siehe
> http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
Nein. Optional steht auch ein untrusted Mode zur Verfügung. Fraglich
ist, ob er funktionell ist. Viele der peripheren Komponenten haben
TCPA-ähnliche DRM-Funktionen integriert (SATA, Firewire,
Digital-Anschluß für Flachdisplays). Nutzt dir leider nix, wenn dein
Monitor nichts anzeigt, weil er dem untrusted-System nicht
vertraut…
> Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. Sogar das Bios wird
> TCPA-geschützt sein. (der Mod-Chip der XBox ist ja gerade der
> Sicherheitsknackpunkt).
Hmm, soweit ich weiß, ist die Sache noch einen Tick schärfer
(Gatekeeper-Prinzip und Session-Keys).
> Apple-Rechner werden auch TCPA-konform sein. Irgendwann wird es nur
> noch TCPA-Rechner geben.
Motorola sitzt mit im TCPA-Konzil. Thema erledigt.
> Prinzipiell finde ich TCPA aber GUT!! Nur die Raubkopierer regen sich
> groß auf
Nein. TCPA ist eine Zensurplattform und damit eine Bedrohung für
grundsätzliche Bürgerrechte.
> Warum? Weil es besseren Schutz vor Mißbrauch bietet. Besonders wenn
> man kriminelle und vor allem terroristische Aktivitäten in Betracht
> zieht (z.B. DoS-Attacken, Sabotage der Stromversorgung etc.), dann
> fühle ich mich doch wesentlich sicherer, wenn unsere IT-Infrastruktur
> TCPA-geschützt ist.
Muhähä. Wieso dat denn? Einen Draht kann man zerschneiden, eine Bombe
kann jeder mittelmäßige Schüler nach dem Realschulabschluß basteln.
TCPA ist kein Schutzsystem, egal was erzählt wird. Im Gegenteil,
aufgrund des Gatekeeper-Prinzips werden Angriffe auf
IT-Infrastrukturen erleichtert.
> Außerdem bietet TCPA Vorteile für kommerzielle
> Softwareentwicklung, weil man damit Lizenzen leichter überwachen
> kann.
Genau. Software-Lizenzen und mediale Inhalte sind überwach- und
manipulierbar. Das ist der enzige wirkliche Grund.
> - ermöglicht Wirtschaftsspionage par excellence (für
> TCPA-Betriebssystem-Hersteller)
Nicht nur für die.
> - bedeutet für Linux (und Open Source überhaupt) wohl das Aus
Für Open Source und die gesamte Non-Profit-Kultur definitiv.
> Vielleicht gibt es dann aber auch TCPA-Linux von IBM, wer weiß.
Soll. Aber das ändert nix daran, daß das dann kein GNU-Linux mehr
ist.
Zu meiner obigen Behauptung wegen der Einschränkung der Bürgerrechte:
Die flankierende Gesetzgebung sieht Strafen für den Vertrieb von
Nicht-TCPA-Systemen vor (verdammt, ich hab das TCPA-PDF nicht mehr,
sonst würd ich ein paar Zitate aus den Hollings-Entwürfen bringen),
die bereits bestehende macht die Umgehung bzw. das Hacken von
TCPA-Schutzmechanismen strafbar (DMCA). Die TCPA ist keine auf
Computer beschränkte Konzeption, sondern eine Basiskonzeption für die
komplette Heimelektronik (Stichwort: Analoges Loch).
Gelockt wird der Gesetzgeber zur Zustimmung zur TCPA-Gesetzgebung und
der damit einhergehenden Einschränkung der Bürgerrechte
(Unverletzlichkeit der Privatsphaere, anonyme Nutzung von anonymen
Angeboten, Informationsfreiheit) mit drei Punkten:
- Komplettes Datatracking (also eindeutige Identifizierung von
Ersteller, Weiterleiter und Recipient)
- Backdoor-Keys für verschlüsselte Daten(-übertragungen)
- Informationszensur, nicht nur an der Quelle, sondern auch
nachträglich für bereits lokal vorhandene Daten
Wenn du dir das mal überlegst, ist Orwell Optimist gewesen.
Komplettes Datatracking mag in der Verbrechensverfolgung nett sein,
verhindert aber auch die anonyme Meinungsäußerung in autoritären
Systemen.
Backdoor-Keys für TCPA-Verschlüsselungen machen sicher ebenfalls die
Verbrechensprävention sicherer. Aber Echelon schützt auch die
nationalen wirtschaftlichen Interessen der vereinigten Staaten sicher
recht effektiv. Von der grundsätzlichen Bedenklichkeit von
Hintertüren und der damit einhergehenden potentiellen Korrumption der
damit verschlüsselten Daten mal ganz abgesehen (eine ganz neue Form
der Wirtschaftskriminalität)…
Niedlich ist natürlich auch, daß durch das Doorkeeper-Prinzip dir für
die auf deiner Platte lagernden Mediadateien nicht nur deutsche
Filter nachträglich aufgezwungen werden können, sondern auch noch die
Filter diverser anderer Interessengruppen (RIAA, IFPI, Bund schwuler
Hamsterzüchter). Denn TCPA ist, um das analoge Loch zu schließen, als
Zensurplattform mit Positivliste konzipiert: Du darfst nur sehen, was
dir durch den Doorkeeper genehmigt wurde zu sehen. Selbst
unverschlüsseltes Material ohne DRM-Container gilt nach dieser
Konzeption als nicht vertrauenswürdig und damit im Trusted-Mode als
nicht anzeigbar (im Untrusted-Mode zeigen dann die Ausgabegeräte nix
an)…
CU
PS: Aber es wird sicher genug Menschen geben, die kurzsichtig genug
sind, diese Konzeption als Verbrechensprävention gutzuheißen. Und das
Ganze auf Raubkopierer, Terroristen und Kinderschänder beziehen…
Re: Helfen die Linux-Entwickler MS, Linux zu begraben? - Mandrake Linux 9 für Xbox
Hallo,
> Prinzipiell finde ich TCPA aber GUT!! Nur die Raubkopierer regen sich
> groß auf
Und die Leute, die freie oder nicht TCPA konforme Systeme einsetzen.
Sorry, aber wer meint, das TCPA nur den Raubkopierern ein Dorn im
Auge ist, der hat IMHO den Ernst der Lage nicht ganz erkannt. Es geht
daraum, das __DU__ nicht mehr Herr deines eigenen PCs bist!
> Warum? Weil es besseren Schutz vor Mißbrauch bietet.
Also mein PC wurde noch nie Mißbraucht? Deiner etwa? Auch nicht?
Wovor willst du dann ihn dann schützen? Du schützt nicht dich, du
schützt die Geldbeutel der RIAA
> Besonders wenn man kriminelle und vor allem terroristische Aktivitäten in
> Betracht zieht (z.B. DoS-Attacken, Sabotage der Stromversorgung etc.),
Du hast zu viel SciFi gesehen! Sabotage der Stromversorgung?!? Ich
hätte gerne 3 Beispiele, dass das jemals passiert wäre!
Ach wenn du es nicht glauben solltest: Es gibt noch PCs ohne
Internetanschluss. Außerdem werden die AKWs auch bestimmt nicht von
normalen X86er gesteuert und ich glaub auch nicht, dass du da einfach
mal so per Telnet rankommst. *kopfschüttel*
> dann fühle ich mich doch wesentlich sicherer, wenn unsere IT-Infrastruktur
> TCPA-geschützt ist.
Jedem das sein, mir ist es leiber, wenn man wichtige Systeme nicht
über Internet oder gar WLAN verbindet. Oder kannst du ohne weiteres
in ein z.B. AKW reinlaufen und dich dort an nem Switch im
Hauptkontrollraum hängen? Nein? Wie willst du dann einen Angriff
drauf starten? =)
> Außerdem bietet TCPA Vorteile für kommerzielle
> Softwareentwicklung, weil man damit Lizenzen leichter überwachen
> kann.
Stimmt und jede kleine Firma kann sich es leisten sich ein Zertifikat
zu holen? Wird ja auch nichts kosten, 100.000$ oder so, aber was ist
das schon?
TCPA wird eben nicht die kommerzielle Softwareschmieden unterstützen,
es wird den großen helfen noch größer zu werden. Die kleineren haben
nicht das Geld um für jedes Produkt ein Zertifikat zu bekommen.
Nur mal so als Denkansatz:
Eine Firma für Chemiesysteme verwendet eine selbstgeschriebene
Software zum Auslesen der Sensoren. Bis jetzt kein Problem, im TCPA
Zeitalter, wird sich diese Software aber nicht mehr starten lassen,
weil sie kein Zertifikat hat, also was passiert?
Vorallem glaub ich schon, dass bei Hochbetrieb der Zert.stelle auch
schonmal ein großer und gut zahlender Kunde vor einem kleineren dran
kommt. Wahrscheinlich kommts wie immer einfach drauf an, wer besser
schmiert
Gruß
BSOD_0xC5
p.S.: Nicht alles 100%ig ernst nehmen. Ich mag es nur nicht, wenn man
TCPA als Wunderheilmittel hinstellt
Re: Was Linux nicht umbringt macht Linux stark - SCO vs. Linux: Beruhigungspille für die …
naja, ich finde es geht ihr nicht unbedingt um die gpl alleine.
wenn ich source code klaue und unter gpl freigebe, dann wird mein
veröffentlichter code illegal, aber mit der gpl hat das nicht viel zu
tun. gleich ist es, wenn ich das nicht getan habe, mir aber jemand
sowas anlastet.
im fall sco geht es wohl eher um die at
Re: Helfen die Linux-Entwickler MS, Linux zu begraben? - Mandrake Linux 9 für Xbox
linux > Da musst Du mich mal aufklären, Wenn ich momentan einen Rechner habe,
> > kann ich da doch alle Betriebssysteme nutzen, die darauf laufen. Hab
> > ich mit einem Palladium Rechner nur noch die Möglichkeit Win zu
> > installieren oder wie?
>
> Nur TCPA-signierte Betriebssysteme. Näheres siehe
> http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
aha, und du bist dir sicher dass du dein tcpa-faq auch wirklich
gelesen hast?
wo steht da was, dass ich auf dem rechner nicht linux oder ein bsd
installieren kann?
> > Die nächste Frage ist, wie lange das
> > funktionieren soll, vielleicht drei Wochen, bis das gecracked ist?
>
> Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. Sogar das Bios wird
> TCPA-geschützt sein. (der Mod-Chip der XBox ist ja gerade der
> Sicherheitsknackpunkt).
Bis jetzt gab es _keine_ kopierschutz- oder DRM-maßnahme die nicht
geknackt wurde.
> > Ansonstenb kann ich mir doch immer noch ne Apple Rechner kaufen und
> > bin wieder frei
>
> Apple-Rechner werden auch TCPA-konform sein. Irgendwann wird es nur
> noch TCPA-Rechner geben.
Klar, glaubst du dass sich jemand in eine derartige Abhängigkeit
begibt, wenn er vertrauliche oder extrem wichtige Inhalte/Funktionen
schützen will? Meinst du ein staat begibt sich in die abhängigkeit,
dass seine komplette EDV nicht mehr funktioniert, bloss weil Billy
Boy die Lizenzen für diese Rechner sperrt?
> Prinzipiell finde ich TCPA aber GUT!! Nur die Raubkopierer regen sich
> groß auf
aha, von dem Inhalt des von dir zitierten FAQs scheint nicht sehr
viel übrig geblieben zu sein, sonst würdest du wohl etwas kritischer
an TCPA rangehen.
> Warum? Weil es besseren Schutz vor Mißbrauch bietet. Besonders wenn
> man kriminelle und vor allem terroristische Aktivitäten in Betracht
> zieht (z.B. DoS-Attacken, Sabotage der Stromversorgung etc.), dann
sicher… DoS Attacken.. glaubst du, dass Pakete eines nicht
TCPA-Rechners nicht mehr im Internet geroutet werden oder wie? DoS
Attacken wird es dann genauso geben wie heute.
deine sabotage-der-stromversorgungs-geschichte ist ja auch nett.
a) wie soll das gehen
b) was hat palladium damit zu tun?
c) mit palladium bist du eher anfällig wenn dir der herr über
palladium den saft abdreht…
> fühle ich mich doch wesentlich sicherer, wenn unsere IT-Infrastruktur
> TCPA-geschützt ist. Außerdem bietet TCPA Vorteile für kommerzielle
> Softwareentwicklung, weil man damit Lizenzen leichter überwachen
> kann.
*kopfschüttel*
daran glaubst du wirklich? ist ja nett…
> Nachteile:
>
> - ermöglicht Wirtschaftsspionage par excellence (für
> TCPA-Betriebssystem-Hersteller)
da fühl ich mich auch gleich sicherer…
> - bedeutet für Linux (und Open Source überhaupt) wohl das Aus
sicher, träum weiter…
> Vielleicht gibt es dann aber auch TCPA-Linux von IBM, wer weiß.
mag sein, aber es wird auch nach wie vor ein TCPA-loses Linux geben.
deconstruct