Apr 13

Re: Helfen die Linux-Entwickler MS, Linux zu begraben? - Mandrake Linux 9 für Xbox

Category: Allgemein

linuxr TCPA-signierte Betriebssysteme. Näheres siehe
> http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
Nein. Optional steht auch ein untrusted Mode zur Verfügung. Fraglich
ist, ob er funktionell ist. Viele der peripheren Komponenten haben
TCPA-ähnliche DRM-Funktionen integriert (SATA, Firewire,
Digital-Anschluß für Flachdisplays). Nutzt dir leider nix, wenn dein
Monitor nichts anzeigt, weil er dem untrusted-System nicht
vertraut…
> Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. Sogar das Bios wird
> TCPA-geschützt sein. (der Mod-Chip der XBox ist ja gerade der
> Sicherheitsknackpunkt).
Hmm, soweit ich weiß, ist die Sache noch einen Tick schärfer
(Gatekeeper-Prinzip und Session-Keys).
> Apple-Rechner werden auch TCPA-konform sein. Irgendwann wird es nur
> noch TCPA-Rechner geben.
Motorola sitzt mit im TCPA-Konzil. Thema erledigt.
> Prinzipiell finde ich TCPA aber GUT!! Nur die Raubkopierer regen sich
> groß auf ;-) Nein. TCPA ist eine Zensurplattform und damit eine Bedrohung für
grundsätzliche Bürgerrechte.
> Warum? Weil es besseren Schutz vor Mißbrauch bietet. Besonders wenn
> man kriminelle und vor allem terroristische Aktivitäten in Betracht
> zieht (z.B. DoS-Attacken, Sabotage der Stromversorgung etc.), dann
> fühle ich mich doch wesentlich sicherer, wenn unsere IT-Infrastruktur
> TCPA-geschützt ist.
Muhähä. Wieso dat denn? Einen Draht kann man zerschneiden, eine Bombe
kann jeder mittelmäßige Schüler nach dem Realschulabschluß basteln.
TCPA ist kein Schutzsystem, egal was erzählt wird. Im Gegenteil,
aufgrund des Gatekeeper-Prinzips werden Angriffe auf
IT-Infrastrukturen erleichtert.
> Außerdem bietet TCPA Vorteile für kommerzielle
> Softwareentwicklung, weil man damit Lizenzen leichter überwachen
> kann.
Genau. Software-Lizenzen und mediale Inhalte sind überwach- und
manipulierbar. Das ist der enzige wirkliche Grund.
> - ermöglicht Wirtschaftsspionage par excellence (für
> TCPA-Betriebssystem-Hersteller)
Nicht nur für die.
> - bedeutet für Linux (und Open Source überhaupt) wohl das Aus
Für Open Source und die gesamte Non-Profit-Kultur definitiv.
> Vielleicht gibt es dann aber auch TCPA-Linux von IBM, wer weiß.
Soll. Aber das ändert nix daran, daß das dann kein GNU-Linux mehr
ist.
Zu meiner obigen Behauptung wegen der Einschränkung der Bürgerrechte:
Die flankierende Gesetzgebung sieht Strafen für den Vertrieb von
Nicht-TCPA-Systemen vor (verdammt, ich hab das TCPA-PDF nicht mehr,
sonst würd ich ein paar Zitate aus den Hollings-Entwürfen bringen),
die bereits bestehende macht die Umgehung bzw. das Hacken von
TCPA-Schutzmechanismen strafbar (DMCA). Die TCPA ist keine auf
Computer beschränkte Konzeption, sondern eine Basiskonzeption für die
komplette Heimelektronik (Stichwort: Analoges Loch).
Gelockt wird der Gesetzgeber zur Zustimmung zur TCPA-Gesetzgebung und
der damit einhergehenden Einschränkung der Bürgerrechte
(Unverletzlichkeit der Privatsphaere, anonyme Nutzung von anonymen
Angeboten, Informationsfreiheit) mit drei Punkten:
- Komplettes Datatracking (also eindeutige Identifizierung von
Ersteller,
Weiterleiter und Recipient)
- Backdoor-Keys für verschlüsselte Daten(-übertragungen)
- Informationszensur, nicht nur an der Quelle, sondern auch
nachträglich für bereits lokal vorhandene Daten
Wenn du dir das mal überlegst, ist Orwell Optimist gewesen.
Komplettes Datatracking mag in der Verbrechensverfolgung nett sein,
verhindert aber auch die anonyme Meinungsäußerung in autoritären
Systemen.
Backdoor-Keys für TCPA-Verschlüsselungen machen sicher ebenfalls die
Verbrechensprävention sicherer. Aber Echelon schützt auch die
nationalen wirtschaftlichen Interessen der vereinigten Staaten sicher
recht effektiv. Von der grundsätzlichen Bedenklichkeit von
Hintertüren und der damit einhergehenden potentiellen Korrumption der
damit verschlüsselten Daten mal ganz abgesehen (eine ganz neue Form
der Wirtschaftskriminalität)…
Niedlich ist natürlich auch, daß durch das Doorkeeper-Prinzip dir für
die auf deiner Platte lagernden Mediadateien nicht nur deutsche
Filter nachträglich aufgezwungen werden können, sondern auch noch die
Filter diverser anderer Interessengruppen (RIAA, IFPI, Bund schwuler
Hamsterzüchter). Denn TCPA ist, um das analoge Loch zu schließen, als
Zensurplattform mit Positivliste konzipiert: Du darfst nur sehen, was
dir durch den Doorkeeper genehmigt wurde zu sehen. Selbst
unverschlüsseltes Material ohne DRM-Container gilt nach dieser
Konzeption als nicht vertrauenswürdig und damit im Trusted-Mode als
nicht anzeigbar (im Untrusted-Mode zeigen dann die Ausgabegeräte nix
an)…
CU
PS: Aber es wird sicher genug Menschen geben, die kurzsichtig genug
sind, diese Konzeption als Verbrechensprävention gutzuheißen. Und das
Ganze auf Raubkopierer, Terroristen und Kinderschänder beziehen…

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